Praxisgerechtes Transportsystem für Intensivpatienten
Der Transport von geräteabhängigen Intensivpatienten kann sehr personal- und
zeitintensiv sein – und für Patienten, Ärzte und Pflegekräfte zudem sehr
anstrengend. Das Problem: Für Intensivtransporte geeignete Systeme sind auf
dem Markt Mangelware. Ein Pflegeteam in Nürnberg nahm die Sache selbst in
die Hand und unterstützte einen Hersteller dabei, seine neue Transporteinheit
praxisgerecht zu entwickeln.
Immer wenn Markus Ziegler, stellvertretender Leiter der Intensivstation 20 SGL im Nürnberger Klinikum Nord, an die Patiententransporte von vor einem Jahr zurückdenkt, ist er froh, dass sich seither viel verändert hat. Vor allem in Sachen Sicherheit. „Die haben wir mit der Einführung unseres neuen Transportsystems deutlich erhöht“, freut sich Ziegler. „Früher dagegen … da mussten wir den Überwachungsmonitor am Fußende des Betts einhängen, das Beatmungsgerät am Kopfende oder auf einem kleinen Rollträger nebenher fahren. Die Spritzenpumpen für die Medikation lagen im oder auf dem Bett. Und wenn es über Schwellen und um Kurven ging, war es sehr mühsam, gleichzeitig zu lenken und die Geräte zu sichern.
Obwohl wir oft zu dritt waren, konnten wir einen Geräteabsturz nicht immer verhindern.“ Er ergänzt: „Für einen Notfallkoffer war gerade noch Platz übrig, für eine Notfallabsaugeinheit nicht mehr. Auf plötzliches Erbrechen hätten wir also nicht schnell reagieren können. Kurz: Es gab einfach kein vernünftiges System, um das gesamte benötigte Equipment sicher mitzuführen.“
Ein Szenario, das vielen Pflegekräften aus eigener leidvoller Erfahrung bekannt vorkommen dürfte. Und das in einer Zeit, in der die Zahl der innerklinischen Transporte dank immer neuer Möglichkeiten rund um Diagnostik und Therapie stetig steigt. Hinkt diesem Fortschritt aber die innerklinische Transporttechnik hinterher, dann leiden darunter die Sicherheit, der „Workflow“ und die Wirtschaftlichkeit.
Gesucht: die optimale Transportlösung
Ein Zustand, mit dem sich Ziegler und seine rund 65 Kollegen auf ihrer Station mit 21 Intensivbetten für Thorax-, Abdominal- und Viszeralchirurgie, HNO, Urologie und Gynäkologie nicht länger abfinden wollten. Und da Ziegler auch für die Tests neuer
medizintechnischer Geräte zuständig ist, machte er sich auf die Suche nach einer geeigneten Lösung für alle Transportsorgen. Anfangs jedoch selbst auf Fachmessen
ohne Erfolg. Auch in anderen Kliniken stieß er nur auf Notlösungen „Marke Eigenbau“. Bis ihm in Puchheim bei München der Hersteller TRUMPF Medizin Systeme seine Neuentwicklung vorführte: den Prototyp einer fahrbaren Transporteinheit mit genügend Platz für mehrere medizintechnische Geräte und Komponenten.
„Den universellen Andockmechanismus für jedes gängige Klinikbett fand ich einfach revolutionär“, erinnert sich Ziegler. Bei einem Besuch in Puchheim blieb es daher nicht. Vielmehr wurde er zum Startpunkt einer Entwicklungskooperation zwischen Anwender und Hersteller, wie es sie nach Ansicht des stellvertretenden Stationsleiters leider nur selten gibt. Ziegler entwickelte ein Anforderungsprofil für das neue Transportkonzept, befragte seine Kolleginnen und Kollegen, führte deren Wünsche mit seinen eigenen Ideen zusammen und gab sie an den Hersteller weiter. Schrittweise wurde nun gemeinsam optimiert. Bis am Ende ein
System entstand, über das Ziegler heute sagt: „Wir haben die ideale innerklinische Transporteinheit für den Patienten und für uns gefunden. Denn hier wurde endlich mal nicht am Nutzer vorbei, sondern mit ihm gemeinsam eine Lösung erarbeitet.“