ICU: Ein Fall für Profis

Das Cardiothoracic Center in Liverpool

Wenn erfahrene Pflegekräfte und Medizintechniker die neue Klinikausstattung aussuchen, ist allen gedient. Ein Beispiel aus Liverpool.

Als in der Herz-Lungen-Klinik in Liverpool, dem Cardiothoracic Center - Liverpool NHS Trust (CTC)", der Neubau der Intensivstation vor der Tür stand, traf die Klinikleitung eine kluge Entscheidung. Sie betraute ihre erfahrenen Mitarbeiter mit der Aufgabe, die richtige Ausstattung zu finden. Um die Auswahl geeigneter Deckenstative kümmerte sich ein vierköpfiges Team aus gestandenen Pflegekräften und Medizintechnikern: die Leiterin der Intensivstation Janice Threlfall, die Pflegeleiterin Victoria Cleary, der Chef-Medizintechniker John Troy und der Chef-Pfleger Andrew Robinson.

Pflegeleiterin Victoria Cleary
Jederzeit und schnell von allen Seiten freien Zugang zum Kopf des Patienten haben: Dieses Kriterium war Pflegeleiterin Victoria Cleary und ihren Kollegen bei der Auswahl der neuen Deckenstative besonders wichtig.

Welche Art von Systemen sie auf keinen Fall mehr haben wollten, wusste das Team aufgrund langjähriger Erfahrung sofort: fest an die Wand geschraubte Schienensysteme. Denn die versperren oft den Zugang zum Kopf des Patienten, die Stromversorgung und die Überwachungsgeräte sind teilweise ebenfalls schwer zugänglich und die schlecht verstauten Kabel können aus Buchsen gerissen oder zu Stolperfallen werden. Das musste anders werden. Außerdem sollten die neuen Systeme „zukunftsfähig" sein - sprich, mit den Anforderungen mitwachsen. „Wir wälzten Kataloge und schauten uns in anderen Kliniken um", erzählt Stationsleiterin Janice Threlfall. „Auch TRUMPF kam in die engere Wahl, denn vieles an seinen deckenbasierten Stativen mochten wir auf den ersten Blick. Die um nahezu 360 Grad schwenkbaren  Stativarme versprachen viel Bewegungsfreiheit, einfache Bedienbarkeit und auch das Kabelmanagement war gut gelöst." Also orderte das Team ein Testsystem, um die genauen Anforderungen in Ruhe herausarbeiten zu können - denn TRUMPF baut jedes Stativ nach individuellem Kundenwunsch. Gleichzeitig sah sich das Komitee in Kliniken um, die bereits TRUMPF Stative einsetzten: darunter ein Hospital im schottischen Edinburgh mit 153 Stativen sowie das New Cross in Wolverhampton, England, mit 36 Systemen - und dem hochzufriedenen Projektleiter Medizintechnik Kam Kapoor, der betonte, dass „nicht nur die Stative, sondern die gesamte Kundenbetreuung von TRUMPF sehr gut" sei.

John Troy übergibt die Versorgungsgeräte an IMEC.
Nur wenige Handgriffe und John Troy hat die Versorgungsgeräte für den Patiententransport an IMEC übergeben.

Um auf Nummer sicher zu gehen, verglich das Team die TRUMPF Lösung trotzdem nochmals intensiv mit Produkten anderer Hersteller. „In einer Klinik sahen wir Deckenschienen, bei denen sich die Arme entlang der Schiene verschieben lassen", erzählt Chef-Techniker John Troy. „Das war uns nicht flexibel genug, Bewegungsradius und Patientenzugang waren nicht optimal." Auch die Frage der Sicherheit fand er bei TRUMPF besser beantwortet. Nicht zuletzt deshalb, weil der Hersteller mit einer fahrbaren Erweiterung zu den Stativen noch ein echtes Ass im Ärmel hatte: die Transporteinheit IMEC (Interdisciplinary Medical Equipment Carrier).

„Dieses ‚Stativ auf Rädern' sah so aus, als könnte es all unsere Probleme bei der Patientenbeförderung auf einen Schlag lösen", so Troy. Als das Komitee jedoch auch IMEC mit möglichen Alternativen vergleichen wollte, blieb es beim Versuch - einfach, weil geeignete Vergleichsobjekte fehlten. „Ein einziges System fand sich, das eine nähere Betrachtung wert schien. Doch es war viel zu groß und schwer manövrierbar", erklärt Janice Threlfall. „Bei IMEC dagegen nimmt eine Person mit wenigen Handgriffen die ganze Versorgungseinheit vom Stativ ab, übergibt sie an die mobile Einheit, dockt diese fest ans Bett an - und los geht's." Damit war es entschieden: Das CTC hatte seine neuen Deckenstative samt sicherem Transportsystem gefunden.

Janice Threlfall, Neville Rumsby, Dr. Keith Mills, Victoria Cleary, John Troy
Mit den Stativen bis heute glücklich (v. l.): Janice Threlfall, Neville Rumsby, Dr. Keith Mills, Victoria Cleary, John Troy

Bald darauf trafen die bestellten 40 Stative nebst zwei IMEC-Einheiten in Liverpool ein, darunter 21 Tandem- und 19 Einzelsysteme mit allen gewünschten Anschlüssen, Funktionen und Plattformen. „Wären die Stative nicht so flexibel, hätte auch das Raumkonzept der neuen Station nie so gut funktioniert", sagt Janice Threlfall. „Denn wir wollten einerseits mehr Bewegungsfreiheit für die Pflegearbeit und andererseits mehr Privatsphäre für die Patienten gewinnen. Es hat geklappt. Weil sich die Stative komplett aus dem Blickfeld schwenken lassen, haben unsere Kranken nun freie Sicht und eine bessere Aussicht aus den Fenstern." Und wie verlief der „Einstand" von IMEC in Liverpool? „Unsere Kollegen mochten es vom Fleck weg", erzählt Victoria Cleary. „Dass die Geräteübergabe wirklich so einfach ist, glaubten viele allerdings erst, als sie es selbst ausprobierten." Auch der beratende Anästhesie-Arzt Dr. Keith Mills und der klinische Ausbildungsleiter Neville Rumsby wollen seither keinen Transport mehr ohne IMEC durchführen. „Zwei Personen genügen jetzt völlig, um Patient und Equipment sicher zu befördern. Vorbei sind die Zeiten, als wir die Geräte tragen oder samt Kabeln auf dem Bett verstauen mussten. IMEC erleichtert es uns somit auch, Verantwortung zu tragen: für die Patienten, für teure Geräte und für die eigene Gesundheit."

Auf Empfehlung der Intensivstation - die die TRUMPF Stative nun seit zweieinhalb Jahren nutzt - hat das CTC mittlerweile auch im OP-Bereich acht Stative installiert. Zudem kommen häufig Ausstatter anderer Kliniken, um sich „live" über die Systeme zu informieren. Das Ergebnis: Das Royal Devon and Exeter Hospital in Devon setzt heute ebenfalls Trägersysteme aus Puchheim ein, das Saint Barts und das Royal London Hospital in London haben 300 Stative bestellt, weitere Kliniken auf der Insel bekundeten schon Interesse. Auch das Liverpooler Expertenteam hat seine Wahl nicht bereut: „Wir sind immer noch glücklich damit. Und das ist gut so, denn eine solche Investition sollte rund 15 bis 20 Jahre überdauern."

Viele gute Gründe also für Kliniken, frühzeitig erfahrenes Personal in Ausstattungsfragen einzubinden. Denn das wählt, wie unser Beispiel zeigt, schon im eigenen Interesse nur die jeweils beste, sicherste Lösung.

Cardiothoracic Centre – Liverpool NHS Trust (CTC)
Cardiothoracic Centre – Liverpool NHS Trust (CTC)

Das Cardiothoracic Centre - Liverpool NHS Trust (CTC) ist eine der größten Herz-Lungen-Kliniken Großbritanniens.

Die nach strengen Qualitätsrichtlinien geführte Klinik verfügt über 220 Betten und beschäftigt über 1.300 Mitarbeiter. Ihre Intensivstation mit 40 Betten gilt als eine der größten in Europa.

www.ctc.nhs.uk

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