„Stabil und mobil zugleich“

Seit einem halben Jahr testet das Team um Dr. Christian Gatzka die neue Extensionseinheit mit MIC-Hüft-Aggregat von TRUMPF. Im Interview berichtet der Oberarzt des Orthopädisch-Traumatologischen Zentrums im Park-Krankenhaus Leipzig, welche Vorteile der Einsatz der Extensionseinheit mit MIC-Hüft-Aggregat für Ärzte, OP-Personal und nicht zuletzt die Patienten bringt.

Herr Dr. Gatzka, wie kam es zu Ihrer Entscheidung für die neue Extensionseinheit mit MIC-Hüft-Aggregat von TRUMPF?

Grundsätzlich waren wir nicht mehr zufrieden mit den aktuellen Angeboten im Bereich der Hüfttraktion. Mit der TRUMPF Lösung kamen wir erstmals auf der Medica 2009 in Berührung und entschieden, diese auf unserem 2. Leipziger Gelenksymposium mit dem Schwerpunkt Hüftchirurgie im März 2010 vorzustellen. Seitdem haben wir die Extensionseinheit mit MIC-Hüft-Aggregat als erster Test- und Entwicklungskunde im Einsatz. Zudem hatten wir als langjähriger TRUMPF Kunde bereits mit OP-Tischen und OP-Leuchten durchweg positive Erfahrungen gemacht.


Wie sehen Ihre ersten Erfahrungen aus?

Ein entscheidender Vorteil – im Vergleich zu anderen von uns getesteten Systemen – ist vor allem: Die Einheit ist stabil und mobil zugleich. Sie hält sicher den hohen Kräften stand, welche entstehen, wenn wir zum Beispiel bei der Hüftarthroskopie den Hüftkopf aus der Pfanne herausziehen wollen, um Einsicht in das Gelenk zu bekommen. Gleichzeitig bietet das System die Möglichkeit, sehr kontrolliert aus der Zugspannung heraus in eine „entspannte“ Hüftbeugung überzugehen und dabei das Hüftgelenk zu drehen – ohne, dass der fixierte Patientenfuß aus der Verankerung herausgenommen werden muss. Der Patient ist dabei jederzeit sicher gelagert.

Welche Vorteile bringt das für den OP-Betrieb?

Die Position lässt sich bei Bedarf ganz leicht und ohne jedes Risiko für den Patienten verändern. Alle Vorgänge lassen sich vom OP-Personal über Haltegriffe am Aggregat einfach und ohne Wackelbewegungen durchführen. Die externe Handhabung ist für das OP-Pflegeteam leichter, kontrollierter und vor allem mit wenig Kraftanstrengung im Vergleich zu anderen Systemen möglich. Dieses vereinfachte Management stellt für den Operationsbetrieb natürlich eine enorme Erleichterung dar und erhöht die Patientensicherheit.

Profitieren Sie dadurch auch von kürzeren OP-Zeiten?

Absolut, unsere OP-Zeiten haben sich durch den Einsatz des Aggregats um ca. 20 bis 30 Prozent verkürzt. Ein wichtiger Punkt ist auch die Kompatibilität der Einheit – inklusive Konformitätserklärung – mit den TRUMPF OP-Tischen, die jederzeit einen schnellen, unkomplizierten Aufbau ermöglichen.

Welche Eingriffe führen Sie mit dem neuen Aggregat durch?

Wir nutzen das Aggregat im Bereich der Hüftarthroskopie, zum Beispiel für Offset-Korrekturen am Schenkelhals oder Korrekturen von einer zu großen Überdachung der Pfanne. Ferner findet das System Einsatz bei der Labrum- und Knorpelchirurgie. Hierbei liegt der Schwerpunkt klar auf dem Gelenkerhalt. Überzeugt hat uns die Universalität des Aggregats jedoch auch für andere hüftchirurgische Eingriffe. Denn auch minimal-invasive Eingriffe oder die Behandlung von Hüftbrüchen sind möglich.

Welche Rolle spielt dabei die intraoperative Diagnostik?

Eine ausgesprochen wichtige – gerade im Bereich der Arthroskopie. Dank der Carbonholme des MIC-Hüft-Aggregat ist eine artefaktarme 360-Grad-Durchleuchtung des gesamten Beckens möglich. In Verbindung mit der Mobilität der Einheit können wir auch Hüftbeugungen oder -streckungen optimal darstellen. Die Handhabung ist im Vergleich zu herkömmlichen Frakturextensionstischen deutlich komfortabler.

Inwiefern profitieren die Patienten von der neuen Einheit?

Die Stabilität des Aggregats sorgt für eine sehr sichere Lagerung der Patienten während der OP. Gute Polsterungen im Gesäßbereich und bei der Fußhalterung, dem neuartigen Extensionsschuh, verhindern zudem Druckschäden. Und natürlich sind arthroskopische, also wenig invasive Eingriffe für den Patienten angenehmer als offene Operationen. Geringere Schmerzen und kürzere Heilungsprozesse sind wichtige Punkte. Nicht ohne Grund ist die Arthroskopie in der Hüftchirurgie aufgrund neuer Erkenntnisse im Bereich der Arthroseprevention auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung unterstützt das MIC-Hüft-Aggregat optimal – und das nicht zuletzt zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Dr. Christian Gatzka
Dr. Christian Gatzka

Zur Person

Dr. Christian Gatzka startete seine berufliche Laufbahn an der Universitätsklinik Köln in der Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt im AO Forschungszentrum in Davos / Schweiz folgte der Wechsel nach Hamburg mit Stationen am Universitätsklinikum Eppendorf (Klinik für Unfall- Hand- und Wiederherstellungschirurgie) und dem Schön Klinikum Eilbek (Orthopädie und Unfallchirurgie). Seit Anfang 2007 arbeitet er als Oberarzt und Sektionsleiter mit den Schwerpunkten Knie, gelenkerhaltende Chirurgie und Sportverletzungen (Hüfte, Knie, OSG) am Orthopädisch Traumatologischen Zentrum des Parkkrankenhauses Leipzig.